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Der Kaiserhof

Im Jahre 1886 erwarb Louis zur Linden das Flurstück. Das auf dem Gelände befindliche unscheinbare Gebäude wurde abgerissen und die Familie begann mit dem Bau eines Saales.
 

 

1897 wurde das angrenzende Hotel mit dem Türmchen errichtet. Im Turm befand sich das „Schwenkküfgen“ welches für den einfachen Arbeiter die Gelegenheit bot, dort einen Schnaps zu trinken.

 

Der Name Kaiserhof rührt wahrscheinlich von einem in Düsseldorf ansässigen Ulanregiment das gute Beziehungen zum Haus pflegte.

 

Die Gesellschaft mit Schlips und Kragen traf sich im vornehmen Restaurant.

Um die Jahrhundertwende fuhr man mit Pferd und Wagen oder auch mit der Eisenbahn von Düsseldorf aufs Land nach Erkrath. Ziel war häufig der Kaiserhof, nicht weit weg vom Bahnhof.

 

Die große Zeit des Kaiserhofes kam mit den zwanziger Jahren. Außer am Wochenende war jetzt auch mittwochs Tanz. Man begrüßte Gäste aus Düsseldorf, von der anderen Rheinseite, aus Wuppertal und auch aus dem nieder-bergischen Kreis.

 

Die ganze Familie half im Betrieb mit. Jeder hatte seine feste Aufgabe. Die Fäden in der Hand hatte allerdings Vater Louis, der mit aufmerksamen Blick lenkte, organisierte und überwachte. Ohne Krawatte kam niemand rein. Auch zu freizügige Kleider bei den Damen wurden nicht gern gesehen.

 

Der zweite Weltkrieg bedeutete das Ende. Das öffentliche Tanzverbot brachte eine drastische Einschränkung. Der Kaiserhof verlor seine Attraktivität gänzlich.

 

1945 wurde der Kaiserhof englische Militärkommandatur.

Als die Familie zur Linden zurück durfte, fanden sie das Gebäude in einem äußerst verwahrlosten Zustand wieder. Die ehemalige Tradition als Tanzlokal lebte allerdings nie wieder auf. Als Gaststätte lebte es aber bis 1955 weiter.

 

Es kam zur Aufgabe des Lokals welches nach dem Tod des Vaters Louis im Jahr 1944 von den Geschwistern Elisabeth, Franziska und Walter zur Linden geführt wurde.

 

Der Besitz ging nach 1955 auf Max Müller aus Opladen über der jedoch das Restaurant nicht fortführte. Den großen Saal ließ er zum Lichtspieltheater umbauen.

 

Aufgrund des Vertrages mit der Gemeinde konnten dort dann auch Kulturveranstaltungen durchgeführt werden.

 

1973 kaufte die Stadt das Gebäude und es wurden Wohnungen und Büros eingerichtet. Der Saal diente bis 1983 weiter als Kino.

 

Anfang 1979 begann das Ende des alten Kaiserhofes. Aufgrund einer Ausschreibung die ein Architekt Lambert aus Ratingen gewann, sollte der alte Kaiserhof restauriert werden und der rückwärtige Bereich mit seinen Anbauten abgerissen werden.

 

Im April 1984 wurde mit dem Bau begonnen. Nur kurze Zeit später zeigte es sich, daß die Substanz des Altbaus nicht zu retten war. Es erfolgte der endgültige Abriss.

 

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